
Ein langer Vorderwagen, sechs Zylinder und eine große Heckklappe: Der Opel Monza GSE war kein gewöhnliches Coupé. In den 1980er-Jahren verband er souveräne Reihensechszylinder-Leistung mit Langstreckenkomfort und einer eigenständigen, kantigen Form. Heute ist der Monza ein seltener Klassiker für Fans großer Opel-Coupés – und der GSE die besonders sportliche Variante.
Opel Monza GSE: das sportliche Oberklasse-Coupé
Der Opel Monza kam 1978 als Coupé auf Basis der Senator-/Rekord-Technik auf den Markt. Die zweite, überarbeitete Ausführung A2 erhielt Anfang der 1980er-Jahre eine modernisierte Front und weitere Detailänderungen. Der GSE setzte auf den großen Sechszylinder, sportliche Ausstattungsdetails und eine markante Optik. Dazu gehörten je nach Ausführung unter anderem Sportsitze, spezielle GSE-Schriftzüge, Seitenschweller und ein Heckspoiler.
Sein Charakter war dabei anders als bei kleinen, kompromisslosen Sportwagen: Der Monza blieb ein komfortables Gran Turismo-Coupé, das lange Strecken ebenso souverän bewältigen sollte wie schnelle Landstraßen.
3,0-Liter-Sechszylinder mit 180 PS
Das Herzstück des klassischen Monza GSE ist der 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Einspritzung. In der leistungsstarken Ausführung stehen 180 PS (132 kW) und rund 248 Nm Drehmoment zur Verfügung. Die Kraft wird an die Hinterräder übertragen. Ein Fünfgang-Schaltgetriebe passt besonders gut zum sportlichen Charakter; je nach Modell und Ausführung gab es auch Automatikvarianten.
Wichtig beim Vergleich von Inseraten und Datenblättern: Nicht jeder Monza mit 3,0-Liter-Motor ist automatisch ein GSE. Außerdem muss man den 180-PS-Motor von der späteren Version mit geregeltem Katalysator unterscheiden.
Technische Daten des Opel Monza GSE
- Motor: Reihensechszylinder-Benziner, 3,0 Liter
- Hubraum: 2.968 cm³
- Leistung: 180 PS (132 kW) bei etwa 5.800 U/min
- Drehmoment: rund 248 Nm bei etwa 4.500 U/min
- Antrieb: Hinterradantrieb
- Getriebe: je nach Ausführung Fünfgang-Schaltgetriebe oder Automatik
- 0–100 km/h: etwa 8,5 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: etwa 215 km/h
- Länge: rund 4,7 Meter
- Karosserie: zweitüriges Coupé mit großer Heckklappe
Die Werte beziehen sich auf den 3.0 E mit 180 PS und können je nach Baujahr, Getriebe und Quelle geringfügig abweichen. Eine hilfreiche Übersicht bietet AUTO BILD Klassik mit den technischen Daten des Opel Monza.
Die Kat-Version: 156 statt 180 PS
Ab Mitte der 1980er-Jahre wurde der 3,0-Liter-Sechszylinder auch mit geregeltem Katalysator angeboten. Diese Variante leistete 156 PS (115 kW) statt 180 PS. In Preislisten aus 1986 sind sowohl der 3.0i mit 180 PS als auch der 3.0i-Katalysatormotor mit 156 PS aufgeführt. Wer einen Monza kauft, sollte deshalb Motorleistung und Abgasversion anhand der Fahrzeugpapiere und Motorkennung prüfen, statt sich allein auf eine Verkaufsanzeige zu verlassen.
Wie viele Opel Monza wurden gebaut?
Über die gesamte Bauzeit hinweg entstanden laut gängigen Modellübersichten 46.008 Opel Monza. Diese Zahl bezieht sich auf die Baureihe insgesamt, nicht ausschließlich auf den GSE. Eine verlässlich belegte, einheitlich ausgewiesene Produktionszahl nur für alle GSE-Ausführungen ist in den frei zugänglichen Quellen nicht eindeutig dokumentiert. Deshalb wäre eine konkrete GSE-Stückzahl ohne belastbaren Nachweis irreführend.
Der Monza wurde bis 1986/1987 angeboten; die genaue Einordnung hängt von Modelljahr und Quelle ab. Als Nachfolger im Geiste kann man ihn heute eher als eigenständiges Kapitel der großen Opel-Coupés betrachten denn als Massenmodell.
Was kostete der Opel Monza GSE neu?
Eine Opel-Preisliste aus dem Jahr 1983 nennt für den Monza GSE 42.000 DM als unverbindliche Preisempfehlung ab Werk inklusive Mehrwertsteuer. In späteren Preislisten lagen die Preise höher: Für 1986 weist eine archivierte Preisliste beim GSE mit 180-PS-Motor rund 49.591 DM aus; mit Katalysator waren es rund 50.764 DM. Ausstattung, Modelljahr und gewählte Motorversion machen also einen Unterschied.
Die historischen DM-Preise sollte man nicht einfach eins zu eins in heutige Euro umrechnen: Kaufkraft, Inflation und heutige Sammlerpreise sind unterschiedliche Dinge. Die archivierten Originalpreislisten sind bei der Opel-Preisliste von 1983 und der Preisliste von 1986 einsehbar.
Was kostet ein Opel Monza GSE heute?
Der Markt ist klein und die Preise hängen stark von Zustand, Originalität, Rost, Wartungshistorie und der konkreten Motorversion ab. Als Momentaufnahme zeigen Inserate im Herbst 2026 für Monza-GSE-Fahrzeuge unter anderem Angebotspreise im Bereich von ungefähr 17.000 bis 20.000 Euro. Das sind Angebotspreise einzelner Fahrzeuge, keine garantierten Verkaufspreise oder pauschale Bewertung für jedes Exemplar. Restaurierte und besonders originale Autos können deutlich anders angeboten werden als Projekte mit Reparaturbedarf.
Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf aktuelle Angebote, zum Beispiel bei mobile.de: Opel Monza GSE oder auf Classic Trader: Opel Monza A2. Entscheidend ist nicht nur der aufgerufene Preis, sondern ob Zustand und Dokumentation dazu passen.
Kaufberatung: Darauf solltest du achten
- Rost: Prüfe Schweller, Wagenheberaufnahmen, Radläufe, Bodenbleche, Türen und die Bereiche rund um die Heckklappe gründlich – idealerweise auf einer Hebebühne.
- Motor und Kühlung: Der Sechszylinder sollte kalt wie warm sauber laufen. Achte auf Öl- und Kühlmittelverlust, ungewöhnliche Geräusche und eine stabile Temperatur.
- Einspritzung und Elektrik: Ruckeln, Startprobleme oder eine unruhige Leerlaufdrehzahl können Fehlersuche verursachen. Teste Beleuchtung, Instrumente, Fensterheber und weitere elektrische Verbraucher.
- Getriebe und Hinterachse: Schaltung, Kupplung, Differential und Fahrwerk bei einer Probefahrt auf Geräusche, Spiel und sauberes Verhalten prüfen.
- Originalität: GSE-Schriftzüge und Anbauteile allein beweisen keine GSE-Ausführung. Fahrzeugpapiere, Identnummer, Motorisierung und Rechnungen sollten zusammenpassen.
- Ersatzteile: Vor dem Kauf klären, welche spezifischen GSE-Teile fehlen oder beschädigt sind. Manche Zierteile und Innenraumkomponenten sind schwerer zu beschaffen als allgemeine Verschleißteile.
Ein guter Klassiker darf Patina haben. Struktureller Rost, schlecht dokumentierte Umbauten oder eine unklare Identität können dagegen schnell teuer werden. Lass ein Wunschfahrzeug möglichst von einer Werkstatt oder einem Opel-Klassiker-Spezialisten prüfen.
Warum der Monza GSE heute fasziniert
Der Opel Monza GSE steht für eine Zeit, in der ein großes Coupé noch mit langem Sechszylinder, Hinterradantrieb und klarer Formensprache überzeugen konnte. Er ist kein alltäglicher Anblick mehr und verbindet Komfort mit klassischer Opel-Technik. Gerade gute, nachvollziehbar dokumentierte Exemplare sind deshalb für Liebhaber interessant.
Du interessierst dich für weitere schnelle Klassiker? Lies auch unsere Beiträge zum Opel Omega Lotus, zum Ford Scorpio Cosworth und zum Opel Calibra.
Welcher große Opel ist für dich der schönste Klassiker: Monza GSE, Omega Lotus oder Calibra? Schreib es uns in die Kommentare!
Hinweis zum Titelbild: Die geplante 80-90.de-Studiogestaltung ist KI-generiert und keine historische Originalaufnahme eines bestimmten Fahrzeugs.
