Er sah aus wie der komfortable Dienstwagen für lange Autobahnstrecken – doch unter der Haube arbeitete ein besonderer V6 mit Cosworth-Zylinderkopf. Der Ford Scorpio 2.9i 24V war Fords souveräne Antwort auf die leistungsstarken Reiselimousinen der frühen 1990er. Heute wird er oft als „Scorpio Cosworth“ bezeichnet, obwohl Ford ihn offiziell als Scorpio 24V beziehungsweise Ghia 24V führte.

Cosworth-Power im komfortablen Ford Scorpio
Ab Herbst 1991 ergänzte Ford die Scorpio-Baureihe um den 2,9-Liter-V6 mit 24 Ventilen. Cosworth entwickelte dafür den Vierventil-Zylinderkopf. Das Ziel war nicht, aus dem Scorpio einen kompromisslosen Sportwagen zu machen: Der große Ford sollte vor allem ein schneller, komfortabler und kultivierter Reisewagen bleiben.
Die erste 24V-Ausführung leistete 143 kW beziehungsweise 195 PS. Mit der Modellpflege und der späteren Scorpio-Generation änderten sich Motorleistung und Ausführung; Angaben zu Baujahr und Version sollte man deshalb nicht einfach vermischen.
Ford Scorpio 2.9i 24V: technische Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Motor | 2,9-Liter-V6, 24 Ventile, Saugmotor |
| Hubraum | 2.935 cm³ |
| Leistung | 143 kW / 195 PS bei etwa 5.750/min |
| Drehmoment | rund 275 Nm |
| Getriebe | Vierstufen-Automatik |
| Antrieb | Hinterradantrieb |
| Höchstgeschwindigkeit | je nach Messung und Ausführung etwa 219–225 km/h |
| 0–100 km/h | je nach Test rund 9–10 Sekunden |
| Bauzeit der ersten 195-PS-Version | 1991–1994 |
Fahrleistungen können je nach Karosserie, Modelljahr, Marktversion und Testverfahren voneinander abweichen. Die Werte oben beziehen sich auf die frühe 195-PS-Version und sind als Orientierung gedacht.
Was kostete der Scorpio 24V damals?
Der Scorpio 24V war kein günstiges Volumenmodell. Ein zeitgenössischer Fahrbericht nennt für 1992 einen Grundpreis von rund 61.100 DM. Ausstattung, Karosserieform und Modelljahr konnten den Preis verändern. Der Wert ist deshalb ein historischer Richtwert und kein pauschaler Preis für jede 24V-Version.
Wie steht es heute um den Ford Scorpio Cosworth?
Der Scorpio 24V ist heute ein Nischenklassiker: Er bietet viel Platz, eine komfortable Ausstattung und einen ungewöhnlichen 24-Ventil-V6, ohne äußerlich so laut aufzutreten wie viele Sportmodelle seiner Zeit. Eine pauschale Marktpreiszahl wäre wenig hilfreich, denn Zustand, Rost, Wartungshistorie, Funktion der Elektrik und Originalität beeinflussen den Wert stark. Gerade bei seltenen Ausführungen lohnt sich ein Blick auf vergleichbare Angebote und eine Prüfung des konkreten Fahrzeugs.
Vor dem Kauf sollte man besonders Karosserie und Unterboden auf Rost untersuchen und sämtliche elektrischen Funktionen testen. Auch die Ersatzteilversorgung für bestimmte Karosserie- und Elektrikteile kann schwierig sein. Ein gepflegtes Auto mit nachvollziehbarer Historie ist daher meist interessanter als ein vermeintliches Schnäppchen mit unklaren Baustellen.
Der unterschätzte schnelle Reisewagen der 90er
Der Ford Scorpio 24V zeigt, dass die leistungsstarken Autos der 1990er nicht immer Spoiler, Turbo und Motorsport-Optik brauchten. Sein Reiz liegt in der Kombination aus zurückhaltendem Auftritt, V6-Kultur und Langstreckenkomfort.
Zum Vergleich: In unserer Serie findest du auch den Opel Omega Lotus mit 377 PS, eine kompromisslose Hochleistungslimousine, und das große Coupé Opel Monza GSE mit 180 PS. Welcher große 80er- oder 90er-Jahre-Ford oder Opel wäre euer Favorit?
Quellen und weiterführende Informationen
- Auto Zeitung: Ford Scorpio Ghia 24V – Fahrbericht und technische Daten
- AUTO BILD KLASSIK: Ford Scorpio – Modellgeschichte
- Ford Scorpio – Modellübersicht
Hinweis: Die Illustration in diesem Beitrag wurde mit KI erstellt und zeigt keine originale historische Aufnahme.
